Interessanter Betriebsablauf

Die “Altmärkische Eisenbahn-AG” bestimmte Rohrberg als Trennungsbahnhof der Strecken Beetzendorf - Wittingen und Beetzendorf - Zasenbeck. Wegen des Kriegsendes und der Spaltung Deutschlands fuhren die Züge nach 1945 nur bis Diesdorf bzw. Hanum.

Im Kursbuch Sommer 1960 findet sich in den Tabellen 210 g und 210 h, dass der Abschnitt Beetzendorf - Rohrberg gleichzeitig von 2 Zügen befahren wird:

Unsere diesjährige Exkursion in die Altmark brachte nun durch ein Gespräch mit einem älteren Mitbürger Rohrbergs deutlichem Erkenntnisgewinn.

Nach dem Gleisplan von 1971 besaß der Bahnhof 3 Weichen. Die erste Weiche verteilt aus Richtung Beetzendorf nach links in Richtung Hanum/Zasenbeck. Geradeaus gab es hinter dem Bahnsteig Richtung Diesdorf/Wittingen nach rechts ein zweiseitig mit Weichen angeschlossenes Ladegleis.

Rohrberg1

Beide Züge fuhren von Beetzendorf gemeinsam in der Reihung Zuglok und Wagenpark nach Diesdorf, dann Zuglok und Wagenpark nach Hanum.

In Rohrberg angekommen, fuhr der vordere Zugteil nach kurzem Aufenthalt weiter in Richtung Diesdorf, während der hintere Zugteil zurückdrückte, nach Umstellen der Einfahrweiche vorzog zum zweiten Bahnsteig und, nachdem die Einfahrweiche zurückgestellt war, nach Hanum abfuhr.  Zu damaligen Dampflokzeiten sicherlich ungewöhnlich, heute im Triebwagenverkehr (u.a. ICE) tägliche Praxis.

Rohrberg7
Rohrberg 4

Hier trennten sich früher beide Strecken, deutlich ist noch die Trassenführung zu erkennen. Die heutigen Wanderwege sind gut gepflegt..

Wo heute ein Fußweg ist, verlief die Strecke nach Hanum/Zasenbeck. Rechts lag das Gleis nach Diesdorf

Übrigens, das Empfangsgebäude in Rohrberg ist liebevoll restauriert und beherbergt eine nette Gaststätte.

Rohrberg  2

Verfasser: W. Boremski
Fotos: H.-J. Ewald

 

Betriebsablauf

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