An einem Sonnabend im Juli war es wieder soweit - wir konnten zu einer Sonderfahrt aufbrechen. In unserem Jahresarbeitsplan war eine Fahrt aus Anlass unseres 30jährigen Jubiläums vorgesehen. Unsere Reiseziele waren Stendal und Meyenburg in der Prignitz.

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Die Anzeigetafeln in den Bahnhöfen Berlin-Lichtenberg zeigten auch unsere Sonderfahrt an. Dieses Fahrtziel ist (noch) nicht so oft zu sehen.

Nach diesem kurzen Betriebshalt in Gesundbrunnen ging es in zügiger Fahrt über Spandau auf die Schnellfahrstrecke Richtung Hannover. Damit hatten wir nicht gerechnet, wir vermuteten eine gemütliche Reise auf der alten Strecke der Lehrter Bahn. So war diese Fahrt in Höchstgeschwindigkeit der erste Höhepunkt unseres Ausflugs. Pünktlich erreichten wir Stendal, die Hauptstadt der Altmark.

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In Stendal angekommen…  

….. ging es im Schritttempo in das Alstom-Werk.

Die Straßenübergänge mussten durch Posten gesichert werden. Ein Mitarbeiter der Pressestelle des Werkes empfing uns freundlich und führte die Besuchergruppe durch die Werkhallen. Obwohl es ein Sonnabend war, wurde fleißig gearbeitet. Hier werden seit mehreren Jahren V 100 der ehemaligen Deutschen Reichsbahn und Deutschen Bundesbahn aufgearbeitet. Die Maschinen erhalten u.a. neue Motore und werden nach den Wünschen der Kunden, zumeist kleinere Eisenbahnverkehrsunternehmen, ausgestattet. Der Vorrat an gebrauchten Loks schmilzt kräftig zusammen.

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Zwei Eindrücke aus den Werkhallen.

Die Zeit verging wie im Fluge und unser Fahrplan drängte. Mit vielen Eindrücken verließen wir dankend unsere Gastgeber und die Stadt Stendal. Weiter ging es über die Hauptbahn in Richtung Wittenberge, immer am östlichen Rand der Altmark entlang. Wittenberge durchfuhren wir ohne Halt. Dieser Bahnhof ist für Eisenbahnfreunde, die die Anlagen  aus vergangenen Zeiten kennen, ein trauriger Anblick. Zum Glück wird noch im Werk Wittenberge gearbeitet, so dass wenigstens abgestellte Fahrzeuge zu sehen sind. Wir fuhren ohne Halt auf die Strecke über Perleberg nach Pritzwalk, wo noch ein kurzer Halt eingelegt wurde, Kreuzung mit dem RE 6 – Prignitz-Express genannt.

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Im trostlos aussehenden Bahnhof Pritzwalk, ehemals ein wichtiger Knoten im Netz,  warteten wir die Kreuzung ab.

Begegnung der PEG und der ODEG.   

Bis nach Meyenburg war es nun nicht mehr weit. Unterwegs passierten wir eine Biogas-Anlage, in der einige Kesselwagen parkten. Hier findet also noch wenig Güterverkehr statt.

Unser Ziel Meyenburg wurde pünktlich erreicht. Schon bei der Einfahrt fallen zahlreiche Triebwagen und Reisezugwagen ausländischer Bahngesellschaften auf, die hier abgestellt sind. Wir konnten nun leider nicht in Erfahrung bringen, was es mit diesen Fahrzeugen auf sich hat. Es ist bloß schade mit ansehen zu müssen, wie Werte vergammeln.

Wir hatten in Meyenburg reichlich Zeit, uns umzusehen. Es gab dereinst eine Nebenbahn von Wittstock über Freyenstein nach Meyenburg, der Zugverkehr wurde nach Kenntnis des Verfassers schon in den 60er Jahren des v. J. eingestellt. Zur Geschichte dieser Strecke ist ihm (noch) nichts bekannt. Die restlichen Anlagen werden durch die PEG genutzt, so der Rechteckschuppen. Das frühere Empfangsgebäude, ein hübscher Bau, ist noch vorhanden. Eine ideale Vorlage für einen Nebenbahnhof einer Modelleisenbahn. Fragmente der Bekohlungsanlage sind in einer Baumgruppe zu finden.

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Das Empfangsgebäude der Nebenbahn Wittstock – Meyenburg

Eisenbahnromantikhotel „BR 50“ mit namensgebender  50 3521 vor der Tür.

Nach einer ausgiebigen Kaffeepause im Hotel (sehr empfehlenswert) und weiteren Streifzügen über das Bahnhofsgelände und seine Umgebung ging es dann auf die Heimreise. Pritzwalk wurde nun ohne Halt durchfahren. Die Reise führte uns nach einem kurzen Halt in Blumenthal über Kyritz und Neustadt/Dosse auf die Hamburger Bahn. Auch hier ging es mit Höchstgeschwindigkeit auf schnurgerader Route Richtung Berlin. Als unser Reiseleiter verkündete, dass wir über die Stadtbahn zu unserem Ausgangspunkt Lichtenberg zurück kehren, war der Jubel natürlich groß.

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Auf der Stadtbahn nahe der Jannowitzbrücke.

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Durchfahrt durch den Berliner Hauptbahnhof 

Begegnung kurz vor Erreichen des Bahnhofs Friedrichstraße

Aus dieser Sicht ist der Baufortschritt am Bahnhof Ostkreuz gut erkennbar.

So erreichten wir nach Durchfahren der VnK-Strecke (wer kennt noch den Begriff) und des Biesdorfer Kreuzes am Abend wieder den Bahnhof Lichtenberg. Wir hatten einen Tag voller Eindrücke und Erlebnisse. An erster Stelle haben wir Herrn Kiehn zu danken, der es trotz einiger Widerwärtigkeiten möglich machte, dass wir die Reise antreten konnten. Dank geht auch an die Freunde, die unserer Einladung gefolgt waren und sich ihrerseits mit einem Obolus in den Spendentopf erkenntlich zeigten. Diese Fahrt war der bisherige Höhepunkt unserer Aktivitäten im Jubiläumsjahr.

 

 

Sondertfahrt nach Meyenburg 2011

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