Auf altmärkischen Gleisen liefen zu Privatbahnzeiten alle Lokomotiven der Bauarten B, C, und 1´C, die auch bei der preußischen Staatsbahn im Einsatz waren. Es überwogen die Gattungen T2, T 3, und T 91. Lokomotiven, die eigens für Privatbahnen gebaut wurden, ergänzten den Lokomotivpark. Aufgrund der Geldknappheit, insbesondere in den 20er Jahren, waren das oft Einzelexemplare und Gelegenheitskäufe. Später kamen aber auch die ELNA-Typen dazu. Diese Maschinen wurden nach den Enteignungen von der Deutschen Reichsbahn übernommen, verblieben jedoch überwiegend auf ihren Strecken. Später kamen dann mit dem Ausscheiden der B- und C-gekuppelten Maschinen Loks der Baureihen 64 und 91 (ex pr. T 93) dazu.

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64 1308 beim Wassernehmen

91 6486 im Lokbahnhof Kalbe

Schon früh begannen bei den Altmärkischen Kleinbahnen die Bestrebungen, den Bahnbetrieb durch den Einsatz von Triebwagen zu rationalisieren. So war schon in den 1930er Jahren eine Vielzahl von Triebwagen im Einsatz, von denen der „kleine Wettiner“ (VT 135 525 / 186 019) ein markantes Beispiel war. Später nach der Übernahme durch die Deutsche Reichsbahn kamen auch Reichsbahntriebwagen aus der Vorkriegszeit zum Einsatz.

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VT 186 023 mit VB 190 817 Badel

VT 186 018 in Kalbe/M.

Als dann die Antriebsanlagen dieser Triebwagen irreparabel verschlissen waren, wurden sie wie auch Steuerwagen mit Dampfloks, später dann mit Dieselloks bespannt und als Triebwagenersatz eingesetzt. So befuhren jahrelang Triebwagen der Bauart Stettin, denen man die Motorenanlagen ausgebaut hatte, bespannt mit Lokomotiven der Baureihe V 23 die Strecke Goldbeck – Werben. Eine typische Garnitur der letzten Jahre bestand aus ein oder zwei Steuerwagen oder anderer Zusammenstellung (z.B. 195 631) bespannt mit einer Kleindiesellok der Baureihe 102 (siehe Eingangsfoto). Zum Ende waren dann die Schienenbusse der Baureihe 171 / 172 (VT 2.09), die beliebten „Ferkeltaxen“, im Einsatz.

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VT 186 023 solo in Kalbe

VT 137 55? mit VS in Stapel

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V 15 mit ehem. VS Groß Schwechten

V 23 mit ehem. BA „Stettin“ Iden

Der Wagenpark setzte sich bei den Personenwagen vor allem aus den bei der Verstaatlichung von der Reichsbahn übernommenen Privatbahnwagen zusammen. Oftmals waren diese vom Hauslieferanten Sachsenwerk G.m.b.H. Stendal gebaut. Es herrschte also eine Typenvielfalt.

Die Personenzüge bestanden in der Regel aus zwei bis höchstens vier Personenwagen und einem Gepäckwagen, vielfach auch als PmG. Später kam es dann zu den bereits oben angeführten Kombinationen Dieselloks mit Beiwagen.

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Solche bunten und zusammengewürfelten Wagengarnituren bestimmten das Bild der altmärkischen Reisezüge.

Laut Kursbuch der Deutschen Reichsbahn, Sommer 1968, verkehrten sowohl Triebwagen als auch Personenzüge mit Güterbeförderung. Typisch altmärkische Triebfahrzeuge sind seinerzeit zum Einsatz gekommen, die wir im unserem Fahrbetrieb ebenfalls einsetzen können: Loks der BR 64, 89, 91, V 15, V 60 und VT mit Beiwagen, später LVT.

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Moderne Triebwagen übernahmen die letzten  Reisezugleistungen in der Altmark.

Anmerkung: Die Bilder 1 bis 10 entstammen der Sammlung des Vereins „Stendal-Tangermünder Eisenbahnfreunde“  und dürfen mit deren freundlicher Genehmigung verwendet werden.

 

 

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