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Unsere Modelleisenbahn-Anlage besteht ja seit mittlerweile 30 Jahren. Vieles ist nachgebildet und existiert noch heute. Anderes wurde verworfen und wieder anderes deutlich nachgebessert. So sind wir inzwischen bis nach Apenburg gekommen. Nun soll weiter gebaut werden, von Apenburg nach Badel. Es werden die ersten Segmente sein, die von unserem bisherigen Standard abweichen und nicht rechteckig, sondern fünfseitig sind. Zwischen beiden Bahnhöfen wird eine Fahrtstrecke von etwa sechs Meter Länge entstehen.
Hier soll nun etwas gebaut werden, was wir auf unserer Anlage noch nicht haben: Eine Brücke, mittels derer ein Fluss überquert wird. Die uns bekannte Stahlbrücke zwischen den ehemaligen Bahnhöfen Groß Rossau und Klein Rossau mit mittig liegender Fahrbahn bietet kein besonderes Erscheinungsbild. Unser Freund Ulf hatte nun die Idee, die ehemalige Brücke über die Biese bei Gladigau nachzubilden. Das einzige uns bekannte Foto ist im Buch „Kleinbahnen der Altmark“ von W. List zu finden und zeigt die Bogenbrücke aus Stampfbeton nach deren Einsturz im Jahre 1940. Wir entschlossen uns, an Ort und Stelle beide Bauwerke oder deren Reste zu besichtigen und uns dann zu entscheiden.
Wir waren zuerst in Gladigau und fanden nach längerem Suchen und Querfeldeinwanderung tatsächlich noch die Widerlager der Brücke. Diese waren aber verändert, weil die Brücke nach dem Unglück nicht wieder wie gehabt, sondern vermutlich als Stahlträgerbrücke aufgebaut wurde. Die Rudimente sind eindeutig. Wir konnten aber die Lage der Brücke  und was besonders wichtig war, den Überquerungswinkel Strecke: Fluss ermitteln. Das war uns schon wichtig. Wir haben außer den beiden alten Widerlagern noch den Bahndamm vorgefunden, der gut erkennbar ist. So hatten wir zwar nicht viel gesehen, aber den Entschluss gefasst, diese Brücke soll es sein. Solche Erlebnisse sind für uns immer ein Motivationsschub.
Um so mehr, als uns in Gladigau mehrere Einwohner, darunter der ehemalige Bürgermeister, Herr Mendl, uns mit Auskünften und  Erzählungen sehr geholfen haben. An dieser Stelle soll ein besonderer Dank an die freundlichen Menschen in die Altmark gehen. – Eine danach geführte Recherche unter
www.altmarkschiene.de ließ uns ein Foto finden, welches die Brücke noch in Betrieb zeigt. Hier überquert gerade ein von einer T3 gezogener Personenzug die Brücke. So ließen sich die Maße ermitteln, die mit unseren Messungen vor Ort fast übereinstimmten.
Inzwischen ist das Brückenmodell fertig gestellt und wurde in die Anlage eingebaut. Das Modell ist vollständig aus Kunststoffplatten verschiedener Stärken gefertigt, mit Faber-Granitfarbe grundiert und mit Acrylfarben gestrichen. Nach der vollständigen Fertigstellung des Anlagenteils erhielt sie ihr Geländer aus geätztem Messing.

Nach unserem Tag der offenen Tür im November 2006 haben wir bereits einige Fotos auf unserer Seite gezeigt, auf denen die Brücke fertig eingebaut, die Landschaft drum herum aber noch nicht fertig ist. Das ist 2007 geschehen, es grünt so grün... Die unmittelbar an die Brücke sich  anschließende Landschaft ist gestaltet. Nun konnte das filigrane Brückengeländer eingesetzt werden. Diese Arbeit hat unser Freund Ulf sehr akkurat bewerkstelligt.
So gibt es nun nichts mehr dazu zu sagen, das Bild spricht für sich.

Im kommenden Jahr wollen wir die Lücke zwischen Badel und Diesdorf schließen - lassen Sie sich überraschen.

Brückenbauer, Verfasser dieser Zeilen und Fotograf ist H.-J. Ewald.

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Alte Brückenlager des Vorbilds.

 

 

 

 

Brcke Gladigau

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