Laubbäume aus Naturmaterial für die Modelleisenbahn

Zu einer Modelleisenbahnanlage gehört nicht nur, dass die Eisenbahn in Form der Schienenwege nachgebildet wird, sondern auch die dazugehörigen Hoch- oder Tiefbauten und natürlich die Natur.  Und diese beschränkt sich nicht nur in etwas Wiesengrün, wie wir wissen.  Unsere Landschaft ist vor allem durch Bäume und Sträucher geprägt.  Hier beginnt ein Problem, welches jeder Modelleisenbahner, der sich mit dem Aufbau einer Modellbahnanlage befasst, zur Genüge kennt. Wer vor Jahren Bäume selbst gefertigt hat, griff zumeist auf Liguster und Islandmoos zurück. Das ist nun nicht mehr zeitgemäß, es muss Neues her.

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So sah einer unserer Wälder aus, als noch die alte Methode angewendet wurde.

Der Fachhandel hält ein umfangreiches Sortiment von sehr gut nachgebildeten Bäumen und Sträuchern bereit. Das nicht so anspruchsvolle Material wollen wir hier beiseite lassen. Die gut nachgebildeten  Bäume haben ihren Preis, so dass man sich mal ein schönes Exemplar als Solitär hinstellen kann. Ein umfangreicher Wald  würde empfindlich ins Geld gehen, gehört jedoch auf die Anlage. Was also tun? Selbstbau ist dann angesagt,  mit etwas Übung gelingen recht schnell ansehnliche Laubbäume.  Nach dem ersten Versuch geraten schon das zweite und jedes weitere Exemplar immer besser.

Zur Herstellung von Laubbäumen eignet sich Fingerkraut (Potentilla neumanniana) sehr gut. Es erreicht eine Höhe bis etwa 18 cm. Es ist  wild wachsend, aber auch in Parkanlagen oder kleinen Grünflächen  zu finden. Für Bäume in den Nenngrößen H0 oder auch TT ist dieses Gewächs hervorragend geeignet. Geerntet wird es im Herbst nach Ende der Vegetationsperiode. Aber Vorsicht, nicht einfach abschneiden. Ratsam ist es, die Gartenarbeiter  um die Herausgabe von abgeschnittenem Strauchwerk zu bitten.

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Das Geäst kann einfach mit kleinen Zweigen aufgefüllt werden so dass eine schwache Struktur verstärkt wird.  Wer will, kann den Baumstamm und die starken Äste  mit Rindenpaste modellieren und nach dem Trocknen in unterschiedlichen Braun- und Grautönen streichen.   Hierfür eignet sich Acrylfarbe. Mit verdünntem  Kaltleim werden nun schrittweise die Zweige bestrichen und mit Heki-Mikroflor belaubt.   Verschiedene Grüntöne lassen  unterschiedliche Laubbäume entstehen.

Diesem Baumrohling Fingerkraut ist eine schöne Struktur gewachsen.

Ein zur Hälfte fertiger Laubbaum.

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Der fertige Laubwald bildet einen schönen Hintergrund zum Fotografieren  

Die einzeln stehende Birke sieht schon meisterlich aus.

Für das Setzen der Bäume eignen sich zwei Methoden:  Es werden alle Rohlinge eingesetzt und anschließend beflockt. Hierbei werden die innen stehenden Bäume nur in den Kronen begrünt, das spart Material.  Oder die komplett beflockten Bäume werden einzeln eingesetzt, das gibt den Bäumen ein kompakteres Bild. Welche Methode angewendet wird, sollte jeder nach seinen eigenen Vorstellungen entscheiden. Das fertige Gesamtbild sollte jedoch stimmig sein. Unser Baumspezialist hat beide Varianten angewendet, die Ergebnisse sprechen für sich. Während vergangener Ausstellungen musste er immer wieder Fragen der Besucher über sich ergehen lassen. Mit dieser Resonanz hatte keiner von uns gerechnet.

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Der Baumbauer  beim Vorbereiten der Waldbodens.

 

 

 

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