FlessauName
FlessauGleisplan

Vier unserer acht geschilderten Bahnhöfe und Betriebsstellen liegen an der Strecke Stendal – Arendsee der ehemaligen Stendaler Kleinbahn AG. Flessau ist der erste dieser Bahnhöfe, den Modellbahnzüge erreichen. Vier Weichen reichen aus, um einerseits die Ladestraße beidseitig an das Streckengleis anzuschließen und andererseits ein ebenfalls mit zwei Weichen versehenes Kreuzungsgleis anzubinden.

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Etwa 1980 fanden wir den Bahnhof     Flessau in diesem Zustand vor, rechts der  Brunnen

Die etwa gleiche Sicht auf unserem Bahnhofsmodell

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Zu gleicher Zeit aus der Gegenrichtung     

Wie hier im Modell könnte es auch beim Vorbild ausgesehen haben.

Obwohl Flessau nur etwa drei Kilometer vor Klein Rossau entfernt ist, wurde hier täglich eine Zugkreuzung durchgeführt. Nach mündlicher Überlieferung lief diese Zugkreuzung folgendermaßen ab: Zug 1 kam aus Richtung Stendal (Modell aus Badel) und fuhr an den Bahnsteig. Nachdem Reisende aus- oder eingestiegen waren, drückte der Zug über die Weichen 1 und 2 in das Ausweichgleis zurück. Zur Orientierung für das Personal des  rückwärts rangierenden Zuges war am Halteplatz eine H-Tafel, Signal So 8 aufgestellt.  Hier musste die Ankunft des Zuges 2 aus Richtung Klein Rossau abgewartet werden. Nachdem dieser Zug 2 abgefertigt und ausgefahren war, rückte Zug 1 wieder an den Bahnsteig und konnte nach kurzem Halt und erteiltem Abfahrtbefehl seine Fahrt in Richtung Klein Rossau fortsetzen. Laut Kursbuchtabelle 754 der Deutschen Reichsbahn, Sommer 1968 fand eine solche Zugkreuzung nachmittags mit Triebwagen statt.  Zugkreuzungen führen wir in Flessau auch im Modell durch, für Zuschauer eine interessante Alternative in unserem Betriebsablauf.

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Die Kreuzung scheint wohl etwas länger zu dauern, der TF ist Kaffee trinken gegangen

Ein Zug wie aus dem Bilderbuch, typisch Altmark

Am südlichen Ende der Ladestraße befand sich eine sehr kurze Viehverladerampe. Hier war wohl das ganze Geschick des Lokführers gefragt, wollte er den Viehwagen punktgenau an der Rampe zum Stehen bringen. Die Rampe war nicht breiter als eine Güterwagentür. Altschwellen und eine Kiesaufschüttung mussten reichen.

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Die Viehrampe fiel 1980 schon in sich zusammen  

Hier wird sie noch gebraucht, der Wagen steht schon bereit.

Weitere Anlagen und Nebengebäude entsprachen dem Standard der altmärkischen Kleinbahnen und waren entsprechend einfach ausgeführt. Es gab ein Toilettengebäude sowie eine Fuhrwerkswaage. Der Güterschuppen lehnte sich an das Empfangsgebäude an. Gegenüber des Empfangsgebäudes war ein rechtwinklig zum durchgehenden Streckengleis angeordnetes Abstellgleis  für Draisinen angelegt. Ein Wellblechschuppen diente der Rotte als Werkzeuglager. Zum Wassernehmen der Dampflokomotiven hatte man in Flessau einen Brunnen angelegt, dessen Saugrohr markant in die Höhe ragte.

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Der Schuppen mit seiner öffentlichkeitswirksamen Losung 

So nah wie möglich an das Vorbild, aber wo sind die Reisenden?

Es war einmal: (eine Episode aus dem wahren Leben)

Während einer Ausstellung erzählte eine Mutter ihren Kindern,dass sie vom Bahnhof Flessau aus mit dem Zug zur Schule gefahren ist, die sich im Schloss befand und wo der Prinz schon auf sie wartete. Durch die originalgetreue Nachbildung des Vorbilds konnte die Mutter ihren Bahnhof wiedererkennen.

Unser Modellbahnhof wird bei Ausstellungen auch als Endbahnhof genutzt, wenn nicht alle Elemente gezeigt werden. Die untere Ebene dieses Anlagenteils nimmt den Schattenbahnhof Osterburg auf.

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Zum Abschluss ein schönes Detail, heute nicht mehr zu finden

Der Gleisplan wurde entnommen aus Wolfgang List: “Die Kleinbahnen der Altmark“ Transpress 1978

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