Wir bauen weiter oder endlich Rohrberg!

Im Jahr 2015 stellten wir fest, unsere Anlage ist fertig gebaut, allen Bahnhöfen und Haltestellen, deren Realisierung wir uns einst vor mehr als 35 Jahren vorgenommen hatten, ist auf unserer Anlage ein Denkmal gesetzt.  Ja, wir hatten immer zu tun, an vielen Stellen war die Landschaft aufzufrischen, woanders wollte der Weichenantrieb nicht so, wie er sollte, aber sonst? Also gingen wir im Dezember 2016 mal in Klausur und berieten. Und raus kam: Wir digitalisieren unsere Anlage und: Wir bauen Rohrberg!  Rohrberg liegt an der Strecke von Beetzendorf nach Diesdorf, dort zweigte die Stecke nach Zasenbeck ab,  die infolge der Zonengrenzziehung bis Hanum verkürzt wurde.  Also ein Trennungsbahnhof. Uns fehlt bisher in unserer „Sammlung“ typischer Betriebsstellen ein echter Trennungsbahnhof. Auch wenn es den Anschein hat, Badel, Diesdorf und Klein Rossau sind Gemeinschaftsbahnhöfe.

 

Rohrberg Bild 1

Und warum nun gerade Rohrberg? Dieser Bahnhof geisterte schon lange in unseren Gedanken. Rohrberg war zu Beginn des Eisenbahnverkehrs zwischen Beetzendorf und Diesdorf 1903 eine Haltestelle und wurde erst nach dem Bau der Strecke von hier nach Zasenbeck 1911 zu einem Bahnhof, einem Trennungsbahnhof, um korrekt zu sein. In dem Buch „Die Altmärkische Kleinbahn AG“ von Wolfgang List und Andreas Kühn ist auf Seite 230 der Schlussvermessungsplan von 1912 dargestellt. Danach hatte Rohrberg fünf Weichen, eine doppelte Kreuzungsweiche sowie zwei Ladestraßen.  1960 waren die Gleisanlagen stark zurück gebaut, nur noch drei Weichen und eine Ladestraße reichten für den geringeren Verkehr. Dieser Gleisplan ist die Grundlage für unser Modell.

 

GleisplanRohrberg

Mit diesem Bahnhof können wir unser Anlagenkonzept ändern, der Bahnhof soll an Stelle von Klein Rossau eingefügt werden, wenn wir aus verschiedensten Gründen Apenburg nicht ausstellen. Von Klein Rossau würde ein Gleis ins Nichts abzweigen, welches sich bestenfalls zum Abstellen eines Triebwagens eignet. Von Rohrberg kann die Streckenführung nach Flessau und Osterburg fortgesetzt werden ohne dass etwas fehlt. Außerdem ist diese Betriebsstelle „überschaubar“, also durch weniger Fahrmöglichkeiten einfacher zu bedienen. Das ist dann wichtig, wenn wir wieder mal auf „Gastbediener“ angewiesen sind. Dennoch ist der Betrieb dort alles andere als weniger interessant (siehe unten). Zudem hat Rohrberg interessante Hochbauten zu bieten, natürlich das typische Empfangsgebäude mit Güterschuppen, dem einzeln stehenden Abort neben der Ladestraße sowie unter Anderen eine Dampfmolkerei, die in Bahnhofsnähe ihren Standort hat. Eine Molkerei als ein typisches landwirtschaftliches Gebäude fehlt bisher auf unserer Anlage. Unser Modell wird sich jedoch nur ansatzweise am Anlagenrand zeigen. Sei’s drum.

 

Das Gebäudeensemble in Rohrberg. 1975 sind noch alle Hochbauten in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Es könnte gleich wieder losgehen. Im Hintergrund ist die Molkerei zu sehen. Foto: J. Steckel+

Um auch den zweiten Teil unseres neuen Entschlusses kurz zu betrachten: Rohrberg wird gleich mit digitaler Steuerung gebaut. Die anschließenden Strecken Richtung Arendsee bzw. Flessau/Osterburg werden in die erste Etappe der Digitalisierung  einbezogen, so dass wir dann unsere Züge von Arendsee bis zu den genannten Bahnhöfen digital fahren werden.  Das Roco-Digitalsystem ist unsere Wahl.

Wie lief nun der Betrieb in Rohrberg ab?

Auch hier ziehen wir das oben genannte Buch zu Rate. Auf Seite 115 sind die Kursbuchpläne der Strecken 189b –Beetzendorf-Wittingen-  und 189c –Beetzendorf-Zasenbeck-  abgebildet. Ihnen ist zu entnehmen, dass mindestens einmal pro Tag ein Doppelzug ab Beetzendorf verkehrte, der in Rohrberg getrennt wurde und beide Teile ihre Fahrt zum jeweiligen Zielbahnhof fortsetzen. Dazu wurde der Zug nach der Einfahrt am Hausbahnsteig getrennt, der hintere Zugteil drückte über die Weiche 1 bis in das Streckengleis zurück und zog nach Umstellen der Weiche 1 auf das Bahnsteiggleis nach Zasenbeck vor.  Dieses Rangiermanöver nahm laut Kursbuchtabelle zwölf Minuten einschließlich Fahrgastwechsel in Anspruch. Uns ist nicht bekannt, wie lange und wie oft täglich dieses Manöver stattfand. Im Modellbahnbetrieb werden wir natürlich versuchen, solche Gegebenheiten nachzustellen. Es wird sich zeigen, wie sehr uns die Digitaltechnik dabei von Nutzen sein wird.

 

Rohrberg Bild 2
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Seit einigen Monaten wird nun gebaut. Wir bringen den neuen Bahnhof auf  insgesamt 4,60 Meter Länge unter und verwenden unsere bewährten Grundmuster. Die Modellzüge werden von Stapel kommend nach Rohrberg fahren und je nach Fahrziel Flessau erreichen, um weiter nach Badel zu verkehren oder auf dem anderen Streckenast nach Osterburg in unserem Schattenbahnhof zu verschwinden. Eingesetzt werden alle die Triebfahrzeuge, die dann mit einem Decoder ausgerüstet sein werden, das sind u.a. die BR 64 und 91, V 15 und LVT. Wir sind  schon jetzt gespannt auf unsere erste Probefahrt und freuen uns auf unseren ersten öffentlichen Auftritt mit der neuen  Errungenschaft.

 

Rohrberg Bild 3
Rohrberg Bild 4

Klar ist, dass nach so langer Zeit der Betriebseinstellung nicht mehr alles so vorbildgerecht nach gestaltet werden kann.  Wir sind für korrigierende Hinweise und Anregungen offen und nehmen sie dankbar an.  Mitteilungen hierzu dann bitte an unsere Email-Adresse auf der Kontaktseite.

Hans-Werner Bürkner                                                                                                                                                                                         Hans-Joachim Ewald

 

 

 

Das Empfangsgebäude beherbergt heute eine Gaststätte, in welcher fotografische Erinnerungen zu entdecken sind (www.Landgasthof-Alter-Bahnhof.de).                       Foto: H-J. Ewald (2008)

So sah der Lokführer den Bahnhof bei der Einfahrt,                        im Vordergrund die Weiche 1, rechts nicht sichtbar die Molkerei Foto: Wolfgang List (1971)

Hier entsteht der Anschluss zwischen vorhandenen und neuen Anlagenteile, gesehen aus Richtung Flessau.                             Foto: H.-J. Ewald (2017)

Zwischen Rohrberg und Flessau/Osterburg wird dieser Bach überquert, der Waldanschluss ist schon fertig. Die Bolzen kommen natürlich weg.

Rohrberg

Bahn2