Weiterentwicklung Schaltpult Klein Rossau

1.  Ausgangssituation /Vorbemerkungen

Klein Rossau ist Kreuzungsbahnhof der Strecken

  Stendal – Arendsee

  Osterburg – Deutsch Pretzier

mit der Besonderheit, dass die Züge der letztgenannten Strecke Kopf machen müssen. Bis zu drei Züge können gleichzeitig anwesend sein, um in die eine oder aus der anderen Richtung zu fahren oder zu kommen. Daneben lässt die Ladestraße Rangierverkehr zu.

Zu all diesen Zwecken ist der Bahnhof im Modell in Abschnitte aufgeteilt, die mit unserem Prinzip der Fahrstraßenstecker vielfältige Fahrmöglichkeiten gestatten. Dazu müssen bis zu fünf Stecker gesteckt werden.

Erst dann, wenn die Zugfahrt den nächstgelegenen Bahnhof (Stapel, Flessau, Osterburg, Apenburg) erreicht hat, kann die Fahrstraße aufgelöst und eine neue eingestellt werden. Im Ausstellungsbetrieb führte das gelegentlich zu Äußerungen der Art: „Hier fährt ja nichts…“ (Als ob auf Nebenbahnen ein Zug dem anderen folgen würde !!!).

Änderungen waren nötig.

2.  Erste Erweiterung

Um die Fahrstraßenproblematik zu beschleunigen, entwickelte ich ein Zusatzpult zum Hauptschaltpult. Es enthält sieben Taster, bei denen jeweils zwei einen Fahrweg einstellen und die siebente Taste diesen Weg wieder auflöst.

Mit einem Kippschalter kann auf die Steckervariante zurückgegriffen werden, z.B. zum Rangieren. Für eine voraus gedachte Fernbedienung der Haltestelle Stapel fanden ein Taster und mehrere LED auch noch Platz. Eine größere Relaisplatte mit diversen Verbindungssteckern befindet sich unter der Anlage.

Bild 1 Erweiterung links (2)       Bild 2 Erweiterung rechts (2)

3.  Zweite Erweiterung

Wir zeigen in Klein Rossau den Zustand um 1960 herum.
Damals waren die Einfahrsignale ausgekreuzt und durch Trapeztafeln ersetzt. –

Inzwischen brachte die Firma Viessmann sehr schöne Formsignale auf den Modellbahnmarkt und bei einigen Vereinsfreunden kam der Gedanke auf, diese für uns zu beschaffen und einzusetzen.

Vertieft wurde der Gedanke durch ein zeitweiliges Vereinsmitglied, welches uns die vier  Formsignale schenkte und dem Verein einen Fahrregler der Firma Tillig spendete.

(Wir fahren auf unserer Anlage mit SB- und Heißwolfreglern).

Auch wollten wir den Betriebsablauf dergestalt beschleunigen, dass die Strecke

  Osterburg – Klein Rossau – Deutsch Pretzier

gleichzeitig Ein- und vor allem Ausfahrten parallel zur Strecke

  Stendal – Arendsee

in beide Fahrtrichtungen ermöglicht.

Deshalb entwickelte ich rechts vom Hauptschaltpult eine Bedienungsmöglichkeit. Sie enthält vier Taster für die Einfahrsignale, vier Taster für die Strecken nach Osterburg und Apenburg sowie den neuen Fahrregler. Die zugehörigen Relais befinden sich auf einer Relaisschiene unterhalb der Anlage.

Die Schaltungstechnik der Signale entspricht der für unsere Weichen. Dazu werden neben der Signaltaste für die Fahrtstellung zusätzlich die Gruppentaste WGT und für die Haltstellung die Taste WRT gleichzeitig betätigt.

Der Gleisabschnitt vor dem Signal wird signalabhängig mit Fahrspannung versorgt, über eine Diode ist die Ausfahrt gewährleistet. Bei einer Störung am Signal dient der altbekannte Fahrwegstecker der Überbrückung (Ersatzsignal).

Für den Einsatz des neuen Fahrreglers mussten alle Abschnitte der Fahrwege

  Osterburg – Gleis 2

  Apenburg – Gleis 3

umschaltbar umgebaut werden, damit nie beide Fahrregler gleichzeitig auf dieselben Gleise einwirken können. Die zugehörigen Relais werden durch die Gleistaste 2 oder 3 und dazu die Taste Ein aktiviert und allein mit der Taste Aus sofort zurückgestellt.

 

Um den Bahnhof Klein Rossau für diese neuen Möglichkeiten zu prüfen, reichen die Vereinsräume in der Längsrichtung nicht aus. Auch während des  Ausstellungsbetriebes der Anlage ist  das logischerweise nicht möglich. Hier bot sich durch das Entgegenkommen des Mieters einer Fahrzeughalle die temporäre Nutzung für die knapp sieben Meter an, dieser Platzbedarf ist für die entsprechenden Anlagenteile  vonnöten. Bei Temperaturen um 5°C wurden alle Restarbeiten und Betriebsprüfungen über mehrere Tage hinweg vorgenommen und erfolgreich abgeschlossen.

Zu einem späteren Zeitpunkt sollen alle Erweiterungen rechts und links in ein neu zu bauendes Schaltpult integriert werden.

Zur Messe „Erlebnis Modellbahn“ in Dresden wurde die überarbeitete Schaltung dem ersten Härtetest unterzogen.  Die Probe hat sie ohne Schwierigkeiten bestanden.

W. Boremski                                                                                              Februar 2015

 

Klein Rossau

Bahn2