Grundsätzlich orientieren wir uns an der Gleisbild-/Spurplantechnik; d.h. Zwei-Tasten- Bedienung.

Dazu erhalten die Schaltpulte unserer Bahnhöfe jeweils

  1 Gruppentaste (WGT),
  1 Rückstelltaste (WRT),
  1 Taste je Weiche ,
  1 Streckentaste (STx) pro abgehende Strecke,
  x = Anfangsbuchstabe des benachbarten Bahnhofes
  1 Fahrspannungseinschalttaste, zugleich Notaus (FST)

WGT, WRT und FST steuern zugehörige Postrelais zur Kontaktvermehrung.

Fahrwegeinstellung

Die Gleis- und Weichenabschnitte eines Fahrweges im Bahnhof werden auf dem Stellpult mit Einbaubuchsen (für Bananenstecker) versehen. Die Verbindung zweier benachbarter Abschnitte erfolgt über einen Brückenstecker, 13-mm-Dipolstecker, so dass auf dem Schaltpult der Fahrweg, zusammengesetzt aus mehreren Abschnitten, eindeutig zu erkennen ist (Stecker raus = kein Fahrstrom).

Schaltpult 1
Schaltpult 5

oben: Sicht auf das Pult Bf Badel, hier mit dem SFR-Handregler.
Deutlich ist der gesteckte Fahrweg erkennbar.

rechts: Das gleiche Schaltpult aus anderer Perspektive. So gesteckt wird der Zug aus Flessau erwartet.

Die im Fahrweg liegenden Weichen werden durch Betätigen von Weichengruppentaste WGT und der entsprechenden Weichentaste in Minus-Lage, mit Hilfe der Rückstelltaste WRT in die Plus-Lage (Grundstellung) gebracht. Bei Gleisverbindungen gilt das für beide beteiligte Weichen (spart Tasten und Bedienhandlungen).

Verdrahtung 1

Die Unterseite des Bf Badel. Rechts oben sind Trafo und Steuerteil des SFR-Fahrreglers zu erkennen, am Rahmenbrett zwei Postrelais für die Weichensteuerung

Nach jeder Zugfahrt, im Notfall, bei Stromausfall oder Betriebsende ist die Strecke durch Wegfall der Selbsthaltung so stets zuverlässig und endgültig von der Fahrspannung abgeschaltet.

Zwei LED (rot und grün) neben der Streckentaste STx signalisieren, ob die Strecke gehend oder kommend genutzt wird. Damit sind, komfortabel Adern sparend, nur 3 Drähte (!) zwischen den benachbarten Bahnhöfen nötig, weil die gemeinsame Steuerleitung bidirektional genutzt wird.

Als Voraussetzung gilt allerdings, dass alle Bahnhöfe über eine gemeinsame Ringleitung mit der zentralen Steuerstromversorgung verbunden sein müssen.

Fahrspannungsversorgung

Jeder Bahnhof verfügt über eine eigene Fahrspannungsversorgung. Die Einspeisung erfolgt in Höhe der Einfahrweiche aus der meist befahrenen Richtung oder der Rangierseite.

Die Einfahrsignale in Klein Rossau geben in der Stellung Hf 1 den Fahrweg frei. Nachdem die Weichen gestellt sind, wird über die Brückenstecker der Fahrweg ab Einfahrsignal unmissverständlich eingestellt. Alle Bahnhöfe mit Einfahrsignal verfügen anstelle dieser über Trapeztafeln, weil die Signale zu unserem dargestellten Zeitraum zwar noch standen, aber bereits ausgekreuzt waren. Der Bahnhof Diesdorf mit ausgekreuztem Hf-Signal verfügt über eine Trapeztafel.

Fahrregler (von verschiedenen Anwendern, z.B. SB oder Heißwolf) bieten die individuelle Regelung der Geschwindigkeit und Richtung, besonders beim Rangieren.

Soll der Zug den Bahnhof verlassen, wird zuerst mittels WGT und Streckentaste STx das Streckengleis bis zum Einfahrsignal des Nachbarbahnhofes an die Fahrspannungsversorgung angeschaltet. Ist der Zug an diesem Signal angekommen, genügt der alleinige Druck auf die STx für die Stromlosschaltung der eben verlassenen Strecke.

Sind die Anlagenbediener des jeweiligen Bahnhofes speziell auf die Besonderheiten des betreffenden Bahnhofes eingewiesen und kennen das Fahrverhalten des jeweiligen Zuges, ist die Weiterfahrt des Zuges bis zum Bahnsteig ruckelfrei möglich.

W. Boremski

Um die Zwei-Tasten-Bedienung nach dem Umbau auf motorische Antriebe (z.B. Tillig) beizubehalten, steuert die Weichentaste ein Relais, dessen Kontakte im Motorstromkreis in Reihe mit dem Kontakt des Gruppen- bzw. Rückstellrelais liegen und so die Umstellung der Weiche in die Plus- oder Minus-Lage langsam laufend vornehmen.

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Die Anschaltung der Strecke zwischen zwei benachbarten Bahnhöfen wird durch Druck auf WGT und die Streckentaste vorgenommen. Das Streckenrelais muss deshalb zwei gleichgroße Wicklungen besitzen, die durch Diffenrenzialschaltung die Rückstellung erzwingen. Dazu bereitet die Ansprechwicklung dieses Relais, neben der Selbsthaltung über einen weiteren Kontakt, die zweite antiparallel zu schaltende Wicklung vor, die bei alleinigem Betätigen der Streckentaste das Streckenrelais wieder in Grundstellung bringt.

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Elektr. Konzept

Bahn2